„Gebt mehr Gas!“ Stern-Interview mit Sheryl Sandberg

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Sheryl-Sandberg Stern-InterviewFoto: Kathrin Miller

Deutschland: „So ein wichtiger Markt! Und keine einzige Frau als Vorstandsvorsitzende unter den größten Unternehmen.“ Das war das Erste, was meine stern-Kollegin Frauke Hunfeld und ich von Facebook-Vizechefin Sheryl Sandberg zu hören bekamen, als wir sie in der Firmenzentrale im kalifornischen Menlo Park zum Interview trafen. Recht hat sie. 17 der 30 DAX-Konzerne haben nicht mal weibliche Mitglieder im Vorstand – geschweige denn als Vorsitzende. „Mit steigender Betriebsgröße sinkt der Frauenanteil in den Führungspositionen der obersten Ebene“, ergab eine Studie des Bundes-Familienministeriums.

Genau das analysiert Sandberg in ihrem Buch „Lean In: Frauen und der Weg zum Erfolg“. Keine Frage, trotz mindestens gleicher Bildung und Begabung wird der Weg für Frauen immer schwerer, je weiter sie nach oben klettern. Die Erklärung kann man in verkrusteten Strukturen und Männerklüngel sehen. Doch Sandberg, eine der erfolgreichsten Managerinnen Amerikas, glaubt, dass Frauen mit verantwortlich sind. „Gebt mehr Gas!“, fordert sie – und hat damit gleich nach Erscheinen ihres Buches in den USA eine heftige Diskussion entfacht.

In unserem Gespräch, erschienen in stern-Heft 14/2013, hält Sandberg – selbst zweifache Mutter – ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass Frauen erst übers Kinderkriegen nachdenken sollten, wenn der Nachwuchs schon fast da ist; erklärt, wie Muttermilchpumpen in der Chefetage ganz normal werden könnten – und warum jedes Unternehmen, das morgen erfolgreicher sein will als heute, schleunigst dabei helfen sollte. Sandberg hat sogar eigens eine gemeinnützige Organisation gegründet, um ihr Anliegen voranzutreiben. Und für Deutschland fand sie auch noch trostreiche Worte: „Immerhin ist die wichtigste Person in der Politik bei Ihnen eine Frau.“

Vor unserem Gespräch gab es die Gelegenheit für einen kleinen Rundgang über den Facebook-Campus. Dabei sind die folgenden Schnappschüsse entstanden.

Blick über den Facebook-Campus. Die Zentrale, erst 2012 eingeweiht, ist bereits zu klein und soll um einen von Frank Ghery gestalteten „West Campus“ ergänzt werden.

Die Facebook Wall („Pinnwand“) im wahren Leben: In der Zentrale in Menlo Park, nahe San Francisco, verewigen sich hier Mitarbeiter und Gäste, die vorbeischauen

Daher kommen also die Ideen: Eine mannshohe Röhre, gefüllt mit Glühbirnen, steht als moderne Kunst am Eingang eines der Bürogebäude